Michaelis-Menten-Kinetik
Die Michaelis-Menten-Gleichung ist die Grundgleichung der
Enzymkinetik. Der Kurvenverlauf stellt eine Hyperbel dar. Die relative
Geschwindigkeit strebt bei großen Substratkonzentrationen gegen 1, da
die Geschwindigkeit v gegen vmax strebt. Bei logarithmischer
Darstellung der x-Achse resultieren sigmoide Kurvenverläufe.
Aus Gleichung (8) ist weiter ersichtlich, dass bei einer
Substratkonzentration [S] = Km eine halbmaximale
Geschwindigkeit resultiert.
Bei einer halbmaximalen Geschwindigkeit ist, infolge der direkten
Proportionalität zwischen der Geschwindigkeit und der Konzentration des
Enzym-Substrat-Komplexes (siehe
Formel (1)), auch das Enzym halb gesättigt.
| Km groß: |
Eine hohe Michaelis-Menten-Konstante bedeutet, dass eine
hohe Substratkonzentration erforderlich ist, um das Enzym halb
zu sättigen. Das Substrat hat keine große Affinität zum Enzym. |
| Km klein: |
Eine niedrige Michaelis-Menten-Konstante bedeutet, dass das
Enzym bereits bei tiefen Substratkonzentrationen halb gesättigt
ist. Die Affinität ist folglich groß. |
Die Michaelis-Menten-Konstante bewegt sich je nach Enzym und Substrat
zwischen 10-3-10-6 mol/l.

Quelle: chemgapedia.de
Eine interaktive Darstellung dieser Kurve befindet sich
hier.
Zur Herleitung der Michaelis-Menten-Gleichung geht man von folgender
Reaktionsgleichung aus:

Die Reaktionsgleichung lässt erkennen, dass bei der Reaktion, bei der
das Produkt entsteht, von der Annahme ausgegangen wird, dass es sich um
eine vollständig ablaufende Reaktion handelt (da keine
Gleichgewichtsreaktion). Diese Vereinfachung ist angesichts der meistens
exergonisch verlaufenden Reaktion gerechtfertigt.
Folgende Differentialgleichungen können aufgestellt werden unter der
Annahme, dass es sich bei der 2. und 3. Teilreaktion um Reaktionen
1. Ordnung und bei der 1. Teilreaktion um eine Reaktion 2. Ordnung
handelt.

Um diese Gleichungen zu lösen, nahmen Leonor Michaelis und Maude Menten
eine weitere Vereinfachung an:
- Annahme eines Fließgleichgewichtes:
Nach einer kurzen initialen Phase bleibt die Konzentration des
Enzym-Substrat-Komplexes konstant oder:

Für die schwer zugängliche freie Enzymkonzentration kann auch
geschrieben werden:
 |
wobei: |
[E0]:
totale Enzymkonzentration |
Aus (4) und (3) in (2) folgt:
 |
wobei: |
Km = (k2+k3)/k1 |
(5) in (1) bringt

Bei großen Substratkonzentrationen folgt aus (6):

Dadurch ergibt sich die Funktion:

Quelle:
Pharmazeutisches Institut Universität Basel |