Legionellen

(legionella, legionells) Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die vor allem in stehendem, warmem Wasser (25 °C bis 50 °C) leben und erst bei Temperaturen von über 60 °C absterben. Warmwasserspeicher und wenig durchflossene Wasserleitungen können Legionellen ideale Verbreitungsbedingungen bieten. Für den Menschen werden Legionellen zur Gefahr, wenn sie in großen Mengen über fein versprühtes Wasser (Aerosole), z.B. beim Duschen bzw. bei Verwendung von Whirlpools, Inhalationsgeräten und Mundduschen, sowie insbesondere beim Einsatz von Klimaanlagen in die Lunge gelangen.

Dabei können sie schwere, lebensbedrohende Krankheiten der Atemwege auslösen. Vor allem kann es zu schwerer atypischer Lungenentzündung (Legionärskrankheit) kommen. Legionellen verseuchtes Wasser zu trinken stellt dagegen nach vorliegenden Erkenntnissen nur eine geringe Gefahr dar. Im Krankheitsfalle soll man bei Legionellen-Verdacht einen Arzt auf eine mögliche Legionellen-Infektion hinweisen.

Schätzungen zufolge infizieren sich in Deutschland jährlich ca. 700.000 Menschen mit Legionellen, 70.000 erkranken daran an einer grippeähnlichen Form, 7.000 holen sich eine schwere Lungenentzündung mit bis zu 2.000 Todesfällen. Oft werden die Legionellen von den Ärzten zu spät als Ursache erkannt. Ein Vergleich mit den insgesamt ca. 200.000 Lungenentzündungen pro Jahr zeigt allerdings, dass das Risiko an einer schweren Legionellen-Infektion zu erkranken vergleichsweise gering ist.

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